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    Muskuloskelettales Centrum Würzburg

    Osteoporose gibt noch viele Rätsel auf

    ÄrztInnen und NaturwissenschaftlerInnen des König-Ludwig-Hauses als Forscher erfolgreich – Bundesweiter Forschungsverbund

    Das Foto zeigt (von links): Prof. Dr. Maximilian Rudert, Geschäftsleiter Rainer Klingert, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Krankenhausdirektor Harald Schlögel und Prof. Dr. Franz Jakob. (Foto: Mauritz)
    Auch im vergangenen Jahr waren die ÄrztInnen und NaturwissenschaftlerInnen aus dem König-Ludwig-Haus überaus erfolgreich. Das Foto zeigt (von links): Prof. Dr. Maximilian Rudert, Geschäftsleiter Rainer Klingert, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Krankenhausdirektor Harald Schlögel und Prof. Dr. Franz Jakob. (Foto: Mauritz)


    Würzburg. (mm) Osteoporose betrifft typischerweise Menschen jenseits der Fünfzig. Aber auch wer deutlich jünger ist, kann an dieser Knochenschwäche erkranken. Besonders wichtig sind dann eine zuverlässige Diagnose und die rechtzeitige Therapie. Das Forschungszentrum der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg hat sich gemeinsam mit einem bundesweiten Konsortium beim Bundesministerium für Forschung BMBF erfolgreich um die Förderung des Forschungsnetzwerks „DIMEOs“ (Detection and Individualized Management of Early Onset Osteoporosis) beworben, das den Ursachen einer frühzeitigen Osteoporose auf die Spur kommen will. Als Vertreter des König-Ludwig-Hauses stellten vor kurzem der Ärztliche Direktor der Klinik, Prof. Dr. Maximilian Rudert, und Prof. Dr. Franz Jakob dem Bezirkstagspräsidenten Erwin Dotzel die aktuellen Forschungserfolge ihrer Klinik vor.

    Die Experten gehen davon aus, dass bei jungen Osteoporose-Patienten entsprechende genetische Veranlagungen vorliegen. Diese Patienten-Gruppe sei bisher noch nicht systematisch untersucht worden und stelle auch aus therapeutischer Sicht eine Herausforderung dar, sagte Rudert, „da sie sich nicht in übliche Therapieschemata einordnen lassen.“ Daher gelte das Hauptaugenmerk des DIMEOs-Forschungskonsortiums der früh beginnenden Osteoporose und habe das Ziel, „individualisierte Therapien durch die Integration klinischer und genetischer Daten“ zu entwickeln. Wie Jakob betonte, werde in einem experimentellen Teilprojekt die Hypothese untersucht, wonach in den so genannten „mesenchymalen Stammzellen und deren Abkömmlingen Defekte bei der Regeneration und Adaption des Knochens auftreten können“.

    Im Zusammenhang mit dem DIMEOs-Forschungskonsortium hätten sich zudem die beteiligten Hochschulen zu einem „National Bone Board“ strategisch vernetzt. An dieser Einrichtung, die ungewöhnliche und ungeklärte Knochenerkrankungen bearbeite, seien die Unis in Hamburg, Dresden, Berlin, Göttingen, Jena und Würzburg beteiligt. In Münster befinde sich die Pathologie des Boards.

    Erfolgreich waren die Ärzte des König-Ludwig-Hauses im zurückliegenden Jahr auch auf anderen Forschungsfeldern, sagte Rudert. So habe Dr. Boris Holzapfel den Grundlagen-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie erhalten, und Prof. Dr. André Steinert sei mit dem Perthes-Preis der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie ausgezeichnet worden. Jakob berichtete weiterhin vom deutsch-französischen Projekt OBELICS, das sich unter seiner Leitung mit der Epigenetik der Osteoporose beschäftige. Und schließlich sei das Netzwerk FORMOsA zur Erforschung altersbedingten Muskelschwunds in einer Zwischenbegutachtung mit „sehr gut bis exzellent“ evaluiert worden.

    Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschergruppe SkelMet sei in der Zwischenbegutachtung zur Weiterförderung empfohlen worden, so Rudert weiter. Diese Forschergruppe beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen von Knochenmetastasen und stellt ein wichtiges Bindeglied mit der Medizinischen Klinik II und dem Comprehensive Cancer Center CCCW des Universitätsklinikums dar. Als wichtige Ergänzung dazu habe die von Prof. Dr. Hermann Einsele organisierte Therapieeinheit Multiples Myelom im vergangenen Jahr ihre Arbeit aufgenommen. Die Orthopädie sei daran mit einem grundlagenwissenschaftlichen und einem klinischen Projekt beteiligt. Die Aktivität der NaturwissenschaftlerInnen in den beiden Forschergruppen, die mit der Onkologie des Universitätsklinikums und mit dem Lehrstuhl Regnerative Medizin eng zusammenarbeiten, wird in Zukunft durch den Preisträger Dr. Boris Holzapfel durch translationale Forschung verstärkt, der in Australien im Rahmen eines Stipendiums präklinische Modelle zur Knochenmetastasierung untersucht hat und jetzt nach seiner Rückkehr dieses Forschungssegment verstärken wird.

    Die Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus ist eine Einrichtung des Bezirk Unterfranken und zugleich traditionsreicher Lehrstuhl für Orthopädie an der Universität Würzburg, so dass hier Wissenschaft, Lehre und Forschung mit der Praxis eine effiziente Verbindung eingehen. Zusammen mit der Universität und dem Universitätsklinikum unterhält der Bezirk Unterfranken zudem das so genannte Muskuloskelettales Centrum Würzburg.

     

     

     

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