Intern
    Muskuloskelettales Centrum Würzburg

    Würzburger HPP-Arbeitsgruppe veröffentlicht neue Daten zum Thema Hypophosphatasie und Nervensystem

    Unter dem Titel „Überexpression der Alkalischen Phosphatase stimuliert die Expression neurogener Differenzierungsmarker in der menschlichen SH-SY5Y  Neuroblastom-Zelllinie“ (Overexpression of tissue-nonspecific alkaline phosphatase increases the expression of neurogenic differentiation markers in the human SH-SY5Y neuroblastoma cell line) veröffentlichte die Diplombiologin Stephanie Graser gemeinsam mit dem Team aus der Kinderklinik und dem König-Ludwig-Haus neue Daten zur Bedeutung der Alkalischen Phosphatase für die Differenzierung von Nervenzellen.

    Stephanie Graser schreibt derzeit ihre Promotionsarbeit im Orthopädischen Zentrum für Muskuloskelettale Forschung unter der gemeinsamen Mentorship der Kinderärztin Frau PD Dr. Christine Hofmann und des Forschungsleiters Prof. Dr. Franz Jakob. Sie beschäftigt sich mit der Bedeutung der Alkalischen Phosphatase für die Funktion und Entwicklung von Nervenzellen. Das Enzym wird im Allgemeinen mehr mit dem Knochen in Verbindung gebracht und daher kam auch die Motivation für die Arbeit, aus der Betreuung von Menschen mit Hypophosphatasie. Die Selbsthilfegruppe Hypophosphatasie unterstützte diese Arbeit auch finanziell, da bei den Betroffenen dieser Seltenen Erkrankung eine intensive Diskussion darüber entstand, inwiefern der Enzymdefekt auch eine Auswirkung auf Nervenzellen im weitesten Sinn haben könnte. In der Tat ließ sich nun im Labor an einem Zelllinien-Modell nachweisen, dass das Enzym Alkalische Phosphatase die Nervenzell-Differenzierung beeinflusst. Diese Arbeiten sind eine wichtige Voraussetzung für die weitere Aufschlüsselung solcher zu vermutender Effekte im Organismus und für die Klärung der Frage, ob Menschen, die an Hypophosphatasie erkrankt sind, auch mit Blick auf das Nervensystem Unterstützung benötigen. Die Fragen die nun entstehen, beziehen sich sowohl auf die Signalverarbeitung im Zentralnervensystem als auch auf die Regulation von Muskel und Knochen durch Nervenzellen.

    Stephanie Graser
    Stephanie Graser



    Unser Manuskript wurde zur Veröffentlichung im Journal „Bone“ angenommen und ist jetzt öffentlich zugänglich (link: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26032516), so die Erstautorin Stephanie Graser. „Wir beschreiben darin unsere Forschungsergebnisse, welche u.a. zeigen, dass eine TNAP-Überexpression in einer Neuroblastom-Zelllinie eine erhöhte Genexpression von neuronen-typischen Markern bewirkt. Die Alkalische Phosphatase fördert außerdem das Auswachsen von zellulären Fortsätzen und somit die Ausbildung eines dichteren Netzwerkes zwischen den einzelnen Zellen im Rahmen der neurogenen Differenzierung. Diese Arbeit trägt daher ihren Teil dazu bei deutlich zu machen, dass das Enzym TNAP zu weitaus mehr in der Lage ist als „nur“ die Mineralisierung von Knochen und Zähnen zu vermitteln, sondern auch im Nervensystem von grundlegender Bedeutung ist.“

    In Richtung ihrer Förderer will Stephanie Graser auch gleichzeitig ein Dankeschön übermitteln: „Wir möchten uns in diesem Zusammenhang auch ganz herzlich beim Verein Hypophosphatasie Deutschland e.V. und vor allem bei seinem Vorsitzenden Gerald Brandt für die langjährige Unterstützung unserer Forschungsarbeit bedanken.“

     

    Neuronale Zellen im Laufe ihrer Differenzierung im Reagenzglas nach 6 und nach 8 Tagen

    TNAP fördert das Auswachsen von zellulären Fortsätzen im Rahmen der neurogenen Differenzierung. Die Abb. zeigen neuronale Zellen im Laufe ihrer Differenzierung im Reagenzglas nach 6 und nach 8 Tagen. Gezeigt ist eine Doppelfärbung des Differenzierungsmarkers tau (rot) und der Alkalischen Phosphatase (grün).


    Zitat der wissenschaftlichen Arbeit:

    • Graser S, Mentrup B, Schneider D, Klein-Hitpass L, Jakob F, Hofmann C. Tissue-nonspecific alkaline phosphatase supports the attitude of neurogenic differentiation in the human SH-SY5Y neuroblastoma cell line. Bone. 2015 May 29.  pii: S8756-3282(15)00214-8. doi: 10.1016/j.bone.2015.05.033. [Epub ahead of print]

     

     

    Kontakt

    Muskuloskelettales Centrum Würzburg
    Brettreichstr. 11
    97074 Würzburg

    Tel.: +49 931 803-1582
    Fax: +49 931 803-1599
    E-Mail

    Suche Ansprechpartner

    Brettreichstraße 11