Schwerpunkt Wirbelsäule

Hintergrund
Mit der Entwicklung der Altersstruktur unserer Gesellschaft verändern sich auch die Anforderungen an die Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule. Die Krankheitsbilder werden komplexer, erfordern zunehmend eine interdisziplinäre Plattform, an der von der Neurochirurgie über die Orthopädie und Unfallchirurgie bis hin zur Allgemein- und Gefäßchirurgie und Herz-Thorax-Chirurgie unterschiedlichste Disziplinen beteiligt sind. Ein interdisziplinäres Vorgehen erfordert damit auch eine Ansammlung von Kompetenz in all den genannten Fächern, die an der Universitätsklinik Würzburg vorgehalten wird. Im Rahmen des Wirbelsäulenzentrums wird das gesamte Spektrum an Wirbelsäulenerkrankungen behandelt. Es werden „Volkskrankheiten“ wie Bandscheibenvorfälle, Wirbelkanalverengungen und Gleitwirbel therapiert, aber auch seltenere Erkrankungen wie Fehlbildungen, Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen), Gefäßmissbildungen, Tumorerkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks. Insbesondere komplexe degenerative Erkrankungen, Tumorerkrankungen und Verletzungen benötigen oft ein interdisziplinäres Vorgehen.


Beteiligte Institutionen
Im Kern wird das Wirbelsäulenzentrum von den Fachgebieten

  • Neurochirurgie
  • Orthopädie
  • Unfallchirurgie

gemeinschaftlich gebildet. Es wird jedoch ebenso eine kompetente Bildgebung und eine gezielte Funktionsdiagnostik des Rückenmarks und der Nerven benötigt, womit die Fachgebiete Radiologie, Neuroradiologie und Neurologie eng in die Diagnostik und Therapie von Wirbelsäulenerkrankungen einbezogen sind.


Ziele und Kompetenz
Ziel ist, Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen zunächst individuell und umfassend über die Art der Erkrankung zu informieren und mit dem Patienten die Indikation zu einer operativen Intervention oder einer konservativen Behandlung zu erörtern. Die Beratung stützt sich auf die notwendigen diagnostischen Maßnahmen. In der Abteilung für Neuroradiologie stehen die modernsten bildgebenden Verfahren zur Verfügung. Das gesamte Spektrum an neurophysiologischen Untersuchungen wie Neurographien, motorisch und somatosensibel evozierte Potentiale und Elektromyographie sowie die Liquordiagnostik werden in der Neurologischen Klinik durchgeführt. Komplexe operative Interventionen werden in der Neurochirurgie, Orthopädie oder Unfallchirurgie, wenn nötig interdisziplinär, operiert. Modernste operative, teils navigationsgestützte Verfahren gewährleisten eine schnelle Linderung bzw. Heilung für den Patienten. Sowohl minimal-invasive Operationen in endoskopischer und mikrochirurgischer Technik als auch ausgedehnte, offene Eingriffe werden in Abhängigkeit vom Krankheitsbild eingesetzt. Intraoperative Monitoringverfahren, mit denen die Nerven- und Rückenmarksfunktionen während der Operation kontinuierlich überwacht werden, sorgen für eine optimale Sicherheit der Eingriffe.


Mehrwert für Patienten

Durch die engmaschige Zusammenarbeit werden Doppeluntersuchungen vermieden, um die Belastung für den Patienten so gering wie möglich gehalten. Durch die interdisziplinäre Abstimmung eine exakte Therapieplanung ermöglicht, unnötige Folgeeingriffe werden vermieden. Da Wirbelsäulenchirurgie einerseits eine Manipulation an Nervenstrukturen bedeutet, andererseits eine Beeinflussung der Statik der Wirbelsäule darstellt, sorgt die interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine Optimierung der Behandlung und der Heilungschancen für den Patienten. Am Universitätsklinikum Würzburg stehen alle personellen und technischen Voraussetzungen für die Behandlung des gesamten Spektrums an Wirbelsäulenerkrankungen zur Verfügung.



Kontakt

Verantwortlicher

Einrichtung

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Prof. Dr. R. Meffert
Dr. med. T. Westermaier
Dr. med. P. Pakos
Prof. Dr. P. Raab

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Neurochirurgie
Neurochirurgie
Orthopädie

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